Zoppoten.net

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Start » Zoppotener Gaumenfreuden » Traditionelles » De Ärdäpfelkichle

De Ärdäpfelkichle

Die Küchle sind in unserer Gegend weit verbreitet und im wahrsten Sinne des Wortes „heiß“ begehrt.

Bei uns in Zopp’ten leckt sich fasst jeder die Lippen, wenn er hört, dass es „Ärdäpfelkichle“ oder kurz „Küchle“ gibt. Die meisten Zopp’tner, die ich kenne, lieben und kennen diese Leckerei von Kindesbeinen an.

Somit wurde das Rezept auch stets „augenscheinlich“ weitergegeben – exakte Mengenangaben gibt es nicht. Wichtig ist immer, reichlich Küchle zu backen, da sich auch schnell mal die Anzahl der Küchleesser erhöht.

So war das schon zu unserer Kinderzeit, wenn von unserer Omi am Herd Berge von Küchle gebacken wurden. Wir hatten immer Gäste dabei und jeder war bestrebt, so viele Küchle wie nur möglich zu verspachteln. Es wurde erst aufgehört, wenn wir fasst „platzten“!

Heute gibt es in den neuen Küchen nur noch selten einen Küchenherd zum Küchle backen. Ich habe da aber eine sehr gute Lösung gefunden. Ich lege ein Backblech auf das Cerankochfeld und schon kann es (sehr zur Freude meiner Männer) losgehen.

kuechle1

Ich versuche mich jetzt an einer Mengenbeschreibung für ca. 6 Personen:

Man schält und kocht ca. 2,5 kg Kartoffeln. Die Kartoffeln werden noch heiß gepresst. (Das sollte man bereits einen Tag vorher machen, damit die gepressten Kartoffeln noch gut auskühlen können.) Unter die kalten gepressten Kartoffeln werden 2 Eier, Salz und ca. 300g Mehl geknetet. (Mehl sollte man nur soviel unterkneten, dass eine einigermaßen homogene Masse entsteht.) Nun wird der Teig in kleinen Portionen dünn ausgerollt. Hier muss man ordentlich mit Mehl arbeiten, sonst klebt der Teig am Wellholz. Mittlerweile liegt das Blech auf dem Kochfeld (oder man hat den Ofen angeschürt!) und ist gut aufgeheizt (ich backe bei Regelung 9 oder 10!). Der ausgewellte Teig wird in handliche Stücke geschnitten und auf das Blech jongliert. Die Küchle brauchen nur eine kurze Backzeit und sollten gut „beaufsichtigt“ werden. So richtig gut backen die Küchle, wenn sie beim Backen „aufgehen“. Man wendet sie öfters um den Bräunungsgrad zu kontrollieren und gibt sie nach dem Backen in eine Schüssel. (Ich halte die Küchle während des Backens in der Backröhre warm.)

kuechle2

Hat man den Kartoffelteig bewältigt, kommt man endlich zum Anrichten.

1 Stück Butter wurde dafür bereits ausgelassen. Zucker steht bereit. Nun werden in eine gut vorgewärmten Schüssel die gebackenen Küchle folgendermaßen umgebettet:
Ein oder zwei Küchle in die Schüssel legen, buttern und zuckern; ein oder zwei Küchle darauf legen, buttern und zuckern;… bis das letzte Küchle gebuttert und gezuckert ist.

kuechle3

WinkenKleiner Tipp: Gleich am Anfang ein Küchle probieren! Nur um sicher zu sein, auch mit Zucker und nicht mit Salz zu arbeiten!

Jetzt sollte sofort mit dem Schmaus begonnen werden. Kaffee darf auf keinem Fall fehlen (möglichst im „Dipfle“). Ein jeder nimmt sich reihum ein Küchle aus der Schüssel, wickelt sorgsam, um Butter und Zucker zu genießen und lässt alles im Mund verschwinden.  Nun leckt man sich die Finger ab!
Das wiederholt man, bis die Schüssel leer ist!

Ein gutes Gelingen wünscht,
Heike Kouril mit ihren 3 Männern

 

DSC_0213

Rezept zum Download 144.14 KB